Sehfehlerkorrekturen mit Laser
Laseroperationen können Sehfehler ganz beseitigen oder zumindest bedeutend korrigieren. Es handelt sich um Methoden sog. refraktiver Chirurgie. Diese unterliegen einer ständigen Entwicklung, werden schonender und wirksamer.
Sehfehler
Beim Blick in die Ferne bildet ein gesundes Auge ohne Sehfehler einen unendlich entfernten Punkt scharf auf der Netzhaut, d.h. der Brennpunkt liegt direkt auf der Netzhaut.
Ein kurzsichtiges Auge zeichnet sich dadurch aus, dass die Achse, die von der Hornhaut bis zur Netzhaut reicht, etwas länger ist (1 mm Verlängerung bedeutet ca. 3 Dioptrien) oder die Brechkraft des Linsensystems zu groß ist. Die Ursache können auch erbliche Veranlagung, übermäßige Augenbelastung im Jugendalter und andere sein.
Beim weitsichtigen Auge ist die Achslänge der Augapfel zu kurz oder die Brechkraft des Linsensystems unzureichend. Es handelt sich um einen angeborenen Fehler, der häufig geerbt wird. Die Dioptriezahlen liegen meist von +2 bis +6 Dioptrien. Ein weitsichtiger Mensch kann in der Jugend ganz gut sehen. Mit den Jahren verschlechtert sich jedoch das Sehvermögen, zuerst in der Nähe und später auch in die Ferne.
Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) – unregelmäßige Krümmung der Hornhaut, tritt häufig in Kombination mit den oben genannten Sehfehlern auf.
Laseroperationen
Das Prinzip verschiedener Methoden von Laseroperationen ist das gleiche. Der Laser ändert mit Hilfe eines speziellen Strahls die Krümmung der Hornhaut – das Hornhautgewebe wird modelliert. Bei Sehfehlern fallen die Lichtstrahlen nicht auf die Nethaut, wo das Bild ganz scharf ist, sondern entweder vor oder hinter die Netzhaut. Die Laseroperation kann die Brechkraft sowie die Krümmung der Hornhaut ändern, sodass die ins Auge fallenden Lichtstrahlen genau auf die Stelle einfallen, wo das Sehvermögen am schärfsten ist, also auf die Netzhaut. Bei der Korrektur der Kurzsichtigkeit wird die Hornhaut in ihrem Zentrum zum Teil abgetragen. Dadurch wird die Krümmung geändert, was die Fokussierung der Lichtstrahlen auf der Netzhaut bewirkt. Bei der Weitsichtigkeit wird dagegen der Randbereich der Hornhaut abgetragen, was die Vergrößerung der zentralen Krümmung zu Folge hat. Bei Patienten mit Astigmatismus wird die Hornhaut ungleichmäßig, entsprechend der Oberflächenverkrümmung modelliert.
Die Auswahl der konkreten operativen Technik hängt von der Dioptrienanzahl, vom Typ se Sehfehlers, der Hornhautstärke sowie vom Alter, gesundheitlichen Zustand und den Wünschen des Patienten ab.
Vor der Operation soll der Patient in einer spezialisierten Augenklinik untersucht werden. Es wird die erforderliche Sehfehlerkorrektur gemessen und die Hornhaut detailliert untersucht. Erforderlich ist auch die Untersuchung mit einer Spaltlampe, um andere Augenerkrankungen auszuschließen. Der Patient soll zumindest zwei bis vier Wochen vor der Untersuchung keine Kontaktlinsen tragen (abhängig vom Kontaktlinsentyp), damit die Untersuchung nicht verzerrt ist.
Die Operation ist durch das Alter von über achtzehn Jahren, einen stabiler Sehfehler für die Dauer von mindestens zwei Jahren, durch einen guten gesundheitlicher Zustand sowie die Abwesenheit einer anderen Augenkrankheit bedingt. Die Operation wird nicht bei schwerkranken Patienten, bei Schwangeren oder stillenden Frauen (hormonelle Änderungen können eine Unstabilität des Sehfehlers bewirken) durchgeführt. Laseroperationen erfolgen ambulant. Die Augen werden durch Tropfen betäubt. Die Augenlider werden durch ein Gerät gehalten und der eigentliche Lasereingriff durchgeführt.
Zu den häufigsten Lasereingriffen zur Sehfehlerkorrektur gehören: PRK – photorefraktive Keratektomie, LASIK – laser in situ keratomileusis, LASEK – laser epithelial keratomileusis, epi-LASIK und femto-LASIK
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PRK
Die älteste bekannte Methode, die zur Behandlung aller Sehfehler eingesetzt werden kann. Es werden Excimer-Laser verwendet und der Eingriff ist der Lasik-Methode sehr ähnlich. Der Unterschied besteht darin, dass bei PRK vor der Laserbehandlung aus der Hornhaut eine ganz dünne Epithelschicht abgetragen wird. Die Methode wird bei einer sehr dünnen Hornhaut eingesetzt, wo Lasik nicht geeignet ist. PRK wird ständig entwickelt und verbessert. Die neue Generation der Excimer-Laser bildet eine viel glättere Oberfläche der zu behandelnden Fläche, womit die Wirksamkeit und Genauigkeit des Eingriffs bedeutend erhöht wird.
Nach der Augenbetäubung wird die Epithel-Oberfläche der Hornhaut abgetragen und dann der eigentliche Lasereingriff durchgeführt. Der Eingriff dauert nur kurz. Nach der Operation werden ATB-Tropfen angewendet. Das Auge wird mit Heilpflaster abgedeckt und der Patient kann die Klinik verlassen. Zur Abdeckung ist auch eine Kontaktlinse geeignet.
Nachteilig bei dieser Methode ist eine längere Rekonvaleszenz und Schmerzen nach dem Eingriff. Es handelt sich jedoch um einen mini-invasiven und sicheren Eingriff, was seine Vorteile sind.
LASIK
Die Behandlung ist für Patienten mit Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit und mit bestimmtem Grad der Hornhautverkrümmung geeignet. Bei schlecht zugänglichen Augen mit kurzen Augenlidern oder bei hohem Augenbrauenbogen kann die Durchführung der Operation erschwert sein. Die Methode besteht in der Laser-Photoablation in tieferen Hornhautschichten nach der Abtrennung eines dünnen Hornhautscheibchens.
Bei der Operation wird mit Hilfe von Mikrokeratom die Hornhaut angeschnitten und ein dünnes Scheibchen abgetrennt, das mit der Hornhaut teilweise verbunden bleibt. Das Scheibchen wird nach oben in Richtung Nase aufgeklappt und die Hornhaut mit Laser modelliert. Dann wird das Hornhautscheibchen wieder auf die ursprüngliche Stelle gelegt. Wichtig ist, dass eine ausreichende Hornhautstärke behalten bleibt.
Nach dem Eingriff werden ATB-Tropfen in das Auge appliziert und die Augen für 1 Tag mit sog. Muschel (Verletzungsschutz) abgedeckt. Vorteilhaft ist die Schmerzlosigkeit nach der Operation, große Stabilität der Korrektur, Abwesenheit von Hornhautstar und ein schneller Rückkehr von Sehfunktionen.
LASEK
Die Operation wird bei niedriger bis mittlerer Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung eingesetzt. Dieser Eingriff ist auch der PRK-Methode ähnlich. Das Hornhautscheibchen wird aus den Oberflächenschichten der Hornhaut mit 20% Ethylalkohol gebildet (bei Patienten mit PRK wird die dünne Epithelschicht ganz abgetragen). Dieses Epithelscheibchen bleibt mit der Hornhaut teilweise verbunden. Anschließend wird die Hornhaut mit dem Laser modelliert und das Scheibchen zurückgelegt. Das Auge wird mit einer Kontaktlinse abgedeckt, die für mehrere Tage im Auge belassen wird. Vorteilhaft bei dieser Methode ist die Schmerzlosigkeit und die schnelle Heilung.
epi-LASIK
Diese Methode ist der LASIK-Methode ähnlich, nur auf der Hornhaut wird ein sehr dünnes Scheibchen abgetragen, und zwar mit Hilfe von Epikeratom und es handelt sich nur um eine dünne Schicht von Oberflächenzellen der Hornhaut. Die Hornhaut wird nach der Operation mit einer Kontaktlinse für mehrere Tage abgedeckt. Im Vergleich zu LASIK ist die Heilung langsamer und kann auch schmerzhaft sein. Diese Methode kann bei Patienten mit einer sehr dünnen Hornhaut eingesetzt werden.
femto-LASIK
Es handelt sich um die LASIK-Methode, die mit einem Femtosekunden-Laser durchgeführt wird. Mit seiner Hilfe wird auf dem Auge ein ung. 100µm dünnes Scheibchen abgetrennt, unter welchem dann mit einem anderen Laser der Sehfehler korrigiert wird. Es handelt sich um einen sehr schonenden Eingriff, da der Kopf des Femtosekunden-Lasers das Auge beim Eingriff nicht berührt, sondern an dieses nur angelegt wird. Das Scheibchen ist sehr präzise und seine Form sowie Abmessungen können besser bestimmt werden. Der Schnitt erfolgt nicht mit einer Schneide, sondern mit einem Laserstrahl, der computergesteuert ist. Der mit dem Femtosekunden-Laser durchgeführte Teil des Eingriffs dauert nur zirka 35 Sekunden. Die Technik ist präziser, schonender und sicherer als ähnliche LASIK-Eingriffe, bei denen mechanische Instrumente eingesetzt werden.
Zur Wiederherstellung der Sehkraft bei allen Laseroperationen kommt es abhängig vom Typ der Operation innerhalb von vier Tagen. Stabilisierung des Sehfehlers dauert drei bis sechs Monate. Die Operation kann wiederholt werden, falls ein restlicher Sehfehler zu korrigieren ist, jedoch erst nach der Heilung und Stabilisierung.
Verfahren
Mithilfe von Laser kann man Augenfehlstellungen wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus wesentlich verbessern oder völlig beseitigen. Jede Laseroperation beruht auf Veränderung von Hornhautkrümmung mithilfe vom speziellen Lichtstrahl. Es gibt verschiedene Methoden von Laser Augenoperationen und es kommen immer moderner, die schon wirksamer und zugleich schonender zum Augengewebe... mehr »
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