10 Fragen zum Thema Hautkrebs
Schon im April dieses Jahres erreichten wir in Teilen Deutschlands Rekordtemperaturen von fast 30 Grad Celsius. Extrem milde Luft und Dauer-Sonnenschein lockten Menschen jeden Alters vor die Türe, um den frühen Sommeranfang ausgiebig zu genießen.
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Doch gerade die erste Frühjahrssonne hat ihre Tücken. Sehr leicht wird ihre Kraft von Sonnenanbetern unterschätzt, denn auch jede noch so mild wirkende Sonne erhöht das Risiko einer krankhaften Hautveränderung und Hautkrebs. Und während bei heißen Sommertemperaturen ein schattiges Plätzchen oft einladender erscheint, werden gerade die ersten Sonnenstrahlen nach langen Wintern nicht als Gefährdung wahrgenommen.
Ein Interview mit Hautarzt Dr. med. Stefan Sünkel von der Praxisklinik für Dermatologie in München soll Aufschluss zu den wichtigsten Fragen Rund um das Thema Hautkrebs geben.
Wie entsteht Hautkrebs?
Neben genetischen Voraussetzungen wird die Entstehung besonders durch intensive Sonneneinstrahlung begünstigt. Die Haut hat gleichsam ein Gedächtnis und merkt sich Sonnenbrände. Nach Jahren können sie zu krankhaften Hautveränderungen und Hautkrebs führen.
Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs. Das Melanom (schwarzer Hautkrebs) gehört zu den bekanntesten und entwickelt sich meist aus pigmentierten Hautveränderungen (Muttermalen).
Jeder Hautkrebs hat Vor- und Frühstufen und diese gilt es rechtzeitig zu erkennen um eine vollständige Heilung bei möglichst geringer Belastung des Patienten zu erreichen.
Wie kann man sich schützen?
Die wichtigsten und einfachsten Maßnahmen sind konsequenter Sonnenschutz und regelmäßige Kontrollen beim Dermatologen.
Worin unterscheiden sich Hautkrebsherde von ungefährlichen Hautveränderungen wie Leberflecken?
Mit bloßem Auge nicht eindeutig. Wichtig ist Veränderungen rechtzeitig wahrzunehmen bzw. anhand von objektivierter Dokumentation beim Dermatologen festzuhalten. Eine eindeutige Diagnose ergibt schließlich nur eine histologische Untersuchung einer Biopsie.
Sollte man auffällige Muttermale vorsorglich entfernen lassen?
Es ist sicher nicht nötig vorsorglich alle auffälligen Muttermale entfernen zu lassen. Wichtig bei der Entscheidung ist die Art der Auffälligkeit. Eine rasche oder besondere Veränderung eines Muttermals ist jedoch oft Hinweis auf die Entstehung von Hautkrebs.
Wer sollte zur Hautkrebsvorsorge gehen?
Jeder sollte zur Hautkrebsvorsorge gehen. Auch bei Menschen mit wenigen Muttermalen können krankhafte Veränderungen entstehen.
Manche Hautkrebsarten (z.B. Basaliome) entstehen auch auf nichtpigmentierten Hautstellen. Sie bleiben für den Laien lange unauffällig, können bei früher Diagnose beim Arzt aber sehr gut behandelt werden.
Woran erkenne ich eine gute Hautkrebsvorsorgeuntersuchung?
Die Hautkrebsvorsorge sollte ein Dermatologe durchführen. Als Facharzt verfügt er über entsprechendes Wissen und Erfahrung.
Eine Fotodokumentation ist Teil einer guten, konsequenten und objektiven Hautkrebsvorsorge. Die Fotodokumentation der Muttermale dient zur objektivierten Beurteilung von Hautveränderungen und deren Entwicklung.
Bei der chirurgischen Entfernung von Hautveränderungen sollte immer eine histologische Untersuchung stattfinden. Sie gibt Auskunft ob Hautzellen tatsächlich krankhaft verändert sind und ob eine vollständige Entfernung möglicher Hautkrebszellen erfolgt ist.
Welche Methoden der Früherkennung sind am sichersten?
Selbstbeobachtung ist natürlich immer wichtig.
Regelmäßige Kontrollen beim Hautarzt sollen aber zum Fixprogramm für die persönliche medizinische Vorsorge gehören.
Eine Fotodokumentation gewährleistet eine Kontrolle über Veränderungen der Muttermale.
Und wenn jemand trotz sorgfältiger Vorsorge den Verdacht auf Hautkrebs hat?
Wenn Muttermale sich in Farbe, Form und Größe auffällig oder rasch verändern, jucken oder sich schuppen, ruhig auch mal zwischen den Vorsorgeterminen zur Untersuchung gehen.
Eine Biopsie (kleine Gewebsentnahme) bei auffälligen Veränderungen und die darauffolgende histologische Untersuchung bringt eine eindeutige Diagnose.
Wie wird Hautkrebs therapiert?
Es gibt verschiedene Formen von Hautkrebs mit unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten.
Frühformen können meist durch eine Entfernung des Gewebes beseitigt werden.
Für bestimmte Hautkrebsvorstufen bei hellem Hautkrebs kann auch mit einer Lichttherapie (Photodynamische Therapie) eine vollständige Heilung - ohne chirurgischen Eingriff - erreicht werden.
Entscheidend ist immer der rechte Zeitpunkt. Gerade Hautkrebs gehört zu den Krebserkrankungen, die bei rechtzeitiger Diagnose sehr gut behandelt und auch geheilt werden können.
Hinterlässt eine Entfernung nicht auffällige Narben?
Ein chirurgisch versierter Dermatologe wird bei der Entfernung von Hautveränderungen auch einen hohen ästhetischen Anspruch erheben. Chirurgische Eingriffe - auch im Gesicht - können meist nahezu unsichtbar nach der Abheilung sein. Anschließende Laserbehandlungen (fraktionierter Laser, Fraxel®) können, wenn doch nötig, das kosmetische Ergebnis nochmals optimieren.
Bei manchen Hautkrebsarten ist es jedoch möglich auf einen chirurgischen Eingriff völlig zu verzichten. Eine Photodynamische Therapie (spezielle Lichttherapie) ist hier oft die beste Behandlung.


